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Cyberangriff auf Notebooksbilliger.de: Kundendaten und IBANs gestohlen

Ein Cyberangriff auf den bekannten deutschen Online-Händler Notebooksbilliger.de AG hat dazu geführt, dass sensible Kundendaten in die Hände von Kriminellen gelangt sind. Betroffen sind unter anderem E-Mail-Adressen, Namen, Anschriften und in einigen Fällen sogar Bankverbindungsdaten (IBAN). Der Vorfall wurde am 14. Oktober 2026 bekannt und wirft erneut ein Schlaglicht auf die wachsende Bedrohung durch Cyberkriminalität für den Handel.

Was ist bei Notebooksbilliger.de passiert?

Die Notebooksbilliger.de AG, kurz NBB, zählt zu den größten deutschen Online-Versandhändlern für Laptops, Smartphones, PCs, Tablets, Unterhaltungselektronik und IT-Zubehör. Mit rund 700 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von etwa 800 Millionen Euro (Stand 2023) ist das Unternehmen eine feste Größe im deutschen E-Commerce. Umso schwerwiegender ist der nun bekanntgewordene Sicherheitsvorfall.

Am 14. Oktober 2026 informierte das Unternehmen gegen 21:30 Uhr per E-Mail seine betroffenen Kunden darüber, dass die IT-Systeme Ziel eines kriminellen Cyberangriffs geworden sind. Erste Untersuchungen bestätigten, dass dabei tatsächlich Kundendaten abgeflossen sind. Wann genau der Angriff stattgefunden hat und wie viele Kunden konkret betroffen sind, teilte das Unternehmen zunächst nicht mit – diese Informationen sind offenbar noch Gegenstand laufender Ermittlungen.

Welche Daten wurden gestohlen?

Laut der Mitteilung von Notebooksbilliger.de an die betroffenen Kunden umfasst der Datenabfluss folgende Kategorien:

  • E-Mail-Adressen: Definitiv betroffen.
  • Name und Anschrift: Möglicherweise ebenfalls abgeflossen.
  • Bankverbindungen (IBAN): Betroffen, sofern die IBAN als Zahlungsmittel hinterlegt war.

Positiv hervorzuheben ist, dass Passwörter nach aktuellem Kenntnisstand nicht vom Datendiebstahl betroffen sind. Ebenso gibt das Unternehmen an, keine Kreditkartendaten in den betroffenen Systemen zu speichern, weshalb diese ebenfalls nicht in die Hände der Angreifer gelangt sein sollen. Allerdings gibt es aus der Community Hinweise, die diese Aussage zumindest teilweise in Frage stellen – eine abschließende Bewertung steht noch aus.

Bemerkenswert ist zudem, dass offenbar nicht alle Kunden über den Vorfall informiert wurden. Zahlreiche NBB-Kunden berichten, trotz aktivem Kundenkonto keine entsprechende Benachrichtigungs-E-Mail erhalten zu haben – auch nicht im Spam-Ordner. Einzelne Betroffene geben an, dass sogar E-Mail-Adressen aus sehr alten, bereits gelöschten Konten betroffen zu sein scheinen, was auf den möglichen Diebstahl von Backup- oder Archivdaten hindeutet.

Welche Risiken bestehen für betroffene Kunden?

Das Unternehmen selbst weist in seiner Benachrichtigung ausdrücklich auf die konkreten Missbrauchsrisiken hin, die durch den Datenabfluss entstehen. Kunden sollten in den kommenden Wochen und Monaten besonders wachsam sein gegenüber:

  • Phishing-E-Mails: Gefälschte Nachrichten, die vorgeben, von Notebooksbilliger.de, der eigenen Bank, PayPal oder einer Behörde zu stammen.
  • Smishing und Vishing: Betrügerische SMS oder Telefonanrufe mit demselben Ziel – nämlich dem Erschleichen persönlicher Daten oder Zugangsinformationen.
  • Unberechtigte Lastschriften: Da IBANs abgeflossen sind, besteht das Risiko, dass Kriminelle versuchen, unerlaubte Abbuchungen vom Konto der Betroffenen vorzunehmen.

NBB betont ausdrücklich, dass das Unternehmen niemals per E-Mail, SMS oder Telefon nach Passwörtern, PINs oder TANs fragen wird. Verdächtige Nachrichten sollten daher konsequent ignoriert werden – und vor allem sollte man keine Links anklicken oder Anhänge öffnen, die einen Bezug zu diesem Vorfall herstellen.

Kunden, die ihre IBAN bei NBB hinterlegt hatten, sollten außerdem ihre Kontoauszüge in den nächsten Wochen genau im Blick behalten und bei unbekannten Abbuchungen sofort ihre Bank kontaktieren.

Wie reagiert Notebooksbilliger.de auf den Vorfall?

Unmittelbar nach der Entdeckung des Sicherheitsvorfalls hat die Notebooksbilliger.de AG nach eigenen Angaben alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um weiteren Schaden zu verhindern und den Missbrauch der abgeflossenen Daten zu unterbinden. Konkret wurden folgende Schritte eingeleitet:

  • Information der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde – wie es die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vorschreibt.
  • Erstattung einer Strafanzeige bei den zuständigen Behörden.
  • Laufende forensische Untersuchungen, um den genauen Umfang des Angriffs zu ermitteln.

Kunden berichten allerdings, dass das Einloggen in das NBB-Kundenkonto zum Zeitpunkt der Berichterstattung teilweise nicht möglich war und Fehlermeldungen auf der Website angezeigt wurden – ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen möglicherweise Systeme vorübergehend abgeschaltet oder eingeschränkt hat, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Fazit: Handlungsbedarf für NBB-Kunden

Der Cyberangriff auf Notebooksbilliger.de ist ein weiterer ernster Hinweis darauf, dass selbst etablierte und wirtschaftlich starke Online-Händler vor Cyberkriminellen nicht sicher sind. Für betroffene Kunden bedeutet das vor allem: Wachsamkeit ist jetzt oberstes Gebot.

Wer ein Kundenkonto bei NBB hat oder hatte, sollte sein E-Mail-Postfach – inklusive Spam-Ordner – im Blick behalten, auf verdächtige Kontaktversuche reagieren (indem man sie ignoriert) und bei hinterlegten Bankdaten die eigenen Kontoauszüge aktiv überwachen. Auch wenn das Unternehmen schnell reagiert zu haben scheint, bleiben wichtige Fragen – etwa nach dem genauen Angriffszeitpunkt und der Gesamtzahl der Betroffenen – vorerst offen. Es bleibt zu hoffen, dass NBB hier zeitnah für mehr Transparenz sorgt.

Quelle: Cybervorfall bei Notebooksbilliger.de; Nutzerdaten abgeflossen